Von MARX und LÖSER

In der Ver­gan­gen­heit hat­te ich in meinem Blog über die Herkun­ft der MARX hier und da geschrieben. Friedrich Marx war sozusagen das Verbindung zwis­chen der Vor­fahren von West­falen und Hes­sen gewe­sen. Und nun gibt es eine neue Erken­nt­nis in dem Umgang mit seinem Nach­na­men MARX und den Geburt­sna­men sein­er Ehe­frau LÖSER.

Friedrich Marx wurde am 21. Sept. 1864 in Banfe bei Bad Laas­phe geboren und ver­starb am Neu­jahrstag 1943 in Wet­zlar, Hes­sen. Er heiratete Mag­dale­na Marx (geb. Lößer) am 4. Mai 1895 in Wet­zlar. Drei Jahre vor sein­er Eheschließung mit sein­er Ehe­frau zeugte er seinen erst­ge­bore­nen Sohn Friedrich Lös­er, der am 25. Nov. 1892 in Her­mannstein, Wet­zlar geboren wurde. Nach sein­er Eheschließung zeugte er mit sein­er Ehe­frau im Zeitraum 1895–1913 ins­ge­samt 9 weit­ere Kinder (4 Söhne, 5 Töchter), die jedoch alle den Nach­na­men MARX trug.

Län­gere Zeit dachte ich dachte ich, dass Friedrich Marx den Nach­na­men LÖSER tra­gen würde und dem­nach Friedrich Lös­er geb. Marx hieße. Doch diese Annahme war falsch. In den mit vor­liegen­den Quellen wurde tat­säch­lich der Nach­name LÖSER dargestellt und augen­schein­lich wurde dies auch bekräftigt, dass der erstege­borene Sohn nach­weis­lich den Nach­na­men LÖSER trug.

Nun hat­te ich vor 1–2 Monat­en endlich Kopi­en von den standesamtlichen Unter­la­gen zur Heirat zwis­chen Friedrich Marx und Mag­dale­na Marx (geb. Lößer), jew­eils deren Ster­beurkunde und die Geburt­surkunde des erst­ge­bore­nen Sohnes Friedrich Lös­er erhal­ten. Mit dem Ein­blick und der Auswer­tung dieser Urkun­den offen­barte sich jedoch ein etwas anderes, aber nun klar­eres Bild ab:

  1. Friedrich Marx hat­te nie seinen Nach­na­men in LÖSER geän­dert, wie es meine Quelle bish­er aufgezeigten. Belegt wer­den kon­nte dies durch die Unter­schriften zweit­er Kinder von ihm (d.h. in den Ster­beurkun­den von Friedrich Marx und sein­er Frau), die auf den Nach­na­men MARX ende­ten. Es zeigt, dass die Kinder den Nach­na­men MARX tru­gen. Eben­so nahm seine Frau den Nach­na­men durch die Heirat an.
  2. Der erst­ge­borene Sohn Friedrich Lös­er trug den Nach­na­men LÖSER lebenslang. Dies ist durch den Erhalt sein­er Geburt­surkunde nun erk­lär­bar: Da er von seinen Eltern une­he­lich geboren wurde, d. h. noch vor der Eheschließung sein­er Eltern, bekam der den Nach­na­men sein­er Mut­ter; eben LÖSER. Denn in der Gesellschaft ist es üblich, dass une­he­lich geborene Kinder grund­sät­zlich den Nach­na­men der Mut­ter erhal­ten. Die Prax­is etablierte sich aus dem Mit­te­lal­ter und wird bei heute ange­wandt.

Nun klärte es sich auf, warum meine Mut­ter eine geborene LÖSER ist. Sie ist die Enke­lin von Friedrich Lös­er. Da er bzw. seine Eltern seinen Nach­na­men (durch die spätere Ehe) nie in MARX geän­dert haben, trug sich der Nach­name LÖSER in die Nachkom­men fort.

Durch ist der Nach­name LÖSER in diesem Fam­i­lien­zweig ausster­bend. Von den ein­sti­gen Vor­fahren sind sehr viele Ehe kinder­los geblieben. Nur zwei männliche Nachkom­men gibt es noch heute, die the­o­retisch noch in der Lage, Kinder zu zeu­gen und den Nach­na­men LÖSER zu über­tra­gen. Jedoch sind sie wed­er ver­heiratet, noch haben sie bere­its Kinder gezeugt.

So ist es eben mit dem Eigen­leben der Nach­na­men. Sie kom­men und gehen. Genau wie wir Men­schen.

 

Autor: Michael Johne

Blogger, Programmierer, Astronom, Dichter, Hobby-Genealoge, Namensforscher, Sprachanalyst, Freizeit-Fotograf, Weltenträumer

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