Eine genealogische Verbindung zum amerikanischen Pilgervater William Brewster

Ameri­ka wurde im 16. Jahrhun­dert wur­den von den ersten Siedler aus Eng­land kolo­nial­isiert. Ein­er der ersten Siel­d­ungs­grün­der war der Pil­ger­vater William Brew­ster gewe­sen, der an der Grün­dung der Plymouth-Kolonie beteiligt war. Während mein­er Recherchen fand ich eine geneal­o­gis­che Verbindung zwis­chen mir und dem Pil­ger­vater. Er ist de fac­to mein Schwiegerah­nenur­großonkel 17. Grades.

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William Brew­ster (* ca. 1566 ver­mut­lich in Scroo­by, Eng­land; † 10. April 1644, beerdigt in Ply­mouth) war Kirchenäl­tester der sep­a­ratis­tis­chen Grün­dungsiedler an Bord der Mayflower (1620) und eine der führen­den Per­sön­lichkeit­en in der Ply­mouth Colony. Er emi­gri­erte 1609 in die Nieder­lande, um der Ver­fol­gung durch die anglikanis­che Staatskirche zu ent­ge­hen, zuerst nach Ams­ter­dam und später nach Lei­den. Als sich die Möglichkeit bot, in Nor­dameri­ka eine eigene Kolonie zu grün­den, kehrte ein Teil der Sep­a­ratis­ten 1619 für kurze Zeit nach Eng­land zurück und brach 1620 zur Über­fahrt an Bord der Mayflower auf.

Eine typische Szene der ersten Siedlungsgründer von George Henry Boughton (1867)
Eine typ­is­che Szene der ersten Sied­lungs­grün­der von George Hen­ry Boughton (1867)

Die Bewohn­er der Ply­mouth Colony lebten haupt­säch­lich vom Pelzhan­del und der Land­wirtschaft. Ange­baut wur­den Pflanzenarten wie Mais, Kür­bisse und Kartof­feln, die die Siedler von der Urbevölkerung über­nah­men. Zudem wur­den die in Europa üblichen Nutzpflanzen und -tiere einge­führt. Aus topographis­chen Grün­den und wegen der rel­a­tiv dicht­en Besied­lung des Gebi­ets durch Ure­in­wohn­er kon­nte kein Groß­grundbe­sitz entste­hen, so dass es zu keinen größeren sozialen Unter­schieden kam. In den ersten Jahren waren in der Kolonie die Eltern verpflichtet, ihre Kinder Lesen und Schreiben zu lehren. Später wur­den öffentliche Schulen ein­gerichtet. Es bestand Schulpflicht sowohl für Jun­gen als auch für Mäd­chen.

Das Ende der auf etwa 7000 Bewohn­er angewach­se­nen Ply­mouth Colony kam 1691, als sie auf königliche Anweisung mit der wesentlich größeren Mass­a­chu­setts Bay Colony vere­inigt und einem aus Eng­land entsandten Gou­verneur unter­stellt wurde.

Karte von Plymouth Colony mit den Siedlungsnamen
Karte von Ply­mouth Colony mit den Sied­lungsna­men

In den let­zten bei­den Tagen fand ich bei meinen Recherchen eine geneal­o­gis­che Verbindung zwis­chen mir und dem Pil­ger­vater William Brew­ster. Mit ein­er geneal­o­gis­che Verbindung meine ich, dass es eine direk­te Kette ver­wandtschaftlich­er Beziehung zwis­chen (min­destens) zwei Per­so­n­en gibt. Es ist jedoch nicht beab­sichtigt, gezielt nach möglichen Verbindun­gen von his­torisch bedeut­samen Per­so­n­en zu suchen. Das Auffind­en dieser his­torischen Per­so­n­en passiert meist schick­sal­shafter­weise ohne direk­ter Absicht.

Es zeigt sich jedoch, dass die geneal­o­gis­chen Verbindun­gen trotz Mil­lio­nen von leben­den oder ver­stor­be­nen Men­schen in den Jahrhun­derten der Gen­er­a­tio­nen eine kurze Verbindung möglich ist. In gefühlter Weise ver­mutet man, dass die Verbindung zwis­chen einem frühen, englis­chem Siedler in Ameri­ka mit einem heuti­gen, leben­den deutschen Sach­sen nahe schw­er auffind­bar ist (wenn nicht gar unmöglich). In meinen Fall ist dieser the­o­retis­che Gedanke aber abwegig und das Gegen­teil zeigt sich: In nur ca. 30 Schrit­ten und ein­er ange­heirat­en Ver­wandtschaft zeigt sich eine regel­rechte Nähe” zum Pil­ger­vater William Brew­ster, wie fol­gende Tabelle zeigen wird.

(BTW: Es gibt eine wis­senschaftliche Studie, die über die Beziehun­gen aller Benutzer des solzialen Net­zw­erkes Face­book die empirische Aus­sage set­zt, dass jed­er Benutzer auf Face­book mit einem anderen Benutzer über max­i­mal 7 Per­so­n­en­verbindun­gen in der Verbindung ste­ht. Bish­er kon­nte diese Aus­sage nicht wider­legt wer­den, jedoch durch Annäherun­gen bestätigt wer­den. Etwas ähn­lich­es kann ansatzweise auch in den geneal­o­gis­chen Verbindun­gen von Fam­i­lien­stamm­bäu­men wiederfind­en. Das soziale Face­book ist in gewiss­er Weise eine virtuelle Spiegelung der irdis­chen, geneal­o­gis­chen Verbindun­gen. Die Benutzer wer­den auf Face­book über Kon­tak­te. In der Genealo­gie sind es die direk­ten Ver­wandtschaftsver­hält­nisse. Eine max­i­male Gren­ze von 7 Per­so­n­en­verbindun­gen kann zwar in der Genealo­gie nicht gefun­den wer­den, jedoch behaupte ich, dass eine viel höhere Gren­ze dieser Per­so­n­en­be­gren­zun­gen existiert, die bish­er nicht genau bekan­nt ist und mit der Gesamt­menge der Per­so­n­en – lebend oder tot – vari­iert. So etwas wird auch als Kleine-Welt-Phänomen beze­ich­net.)

#Ver­hält­nisNameLebens­dat­enEhepartner/-inVer­hält­nis zu mir
1William Brew­ster1566–1644Mary (?-1627)Schwiegerah­nenur­großonkel 17. Grades
2TochterPatience Brew­ster1595–1634Thomas Prence (1600–1673)Schwiegerah­nen­tante 16. Grades
3TochterMer­cy Prence1631–1711John Free­man (1621–1719)Schwiegerstam­mur­groß­tante 15. Grades
4TochterHan­nah Free­man1663–1743John Mayo (1654–1724)Schwiegerstam­m­groß­tante 14. Grades
5SohnJohn Mayo1691–1756Susan­na Free­man (1690-?)Schwiegerstam­monkel 13. Grades
6TochterPatience Mayo1734-?Gideon Brai­ley (1729–1774)Schwieger­oberur­groß­tante 12. Grades
7SohnGideon Brai­ley1758–1840Anna McCloud (1838-?)Schwieger­ober­großonkel 11. Grads
8SohnGideon Brai­ley1792–1871Anna Green (1797–1876)Schwieger­oberonkel 10. Grades
9TochterAnna Marie Eccle­stone geb. Brai­ley1825–1908Edwin Jerome Eccle­ston (1815–1896)Schwiegeral­tur­groß­tante 9. Grades
10SohnMoses Wes­ley Eccle­ston1863–1928Schwiegeralt­großonkel 8. Grades
11Ehe­frauEmma Rothen­buh­ler1869–1917Alt­groß­tante 8. Grades
12VaterJohn William Ulrich Rothen­buh­ler1829–1912Anna Bar­bara Rothen­buh­ler geb. Layman/Lehmann (1826–1906)Altur­großonkel 7. Grades
13VaterHans Ulrich Rothen­büh­ler1783–1851Elis­a­beth Willi (1787-?)Oberonkel 6. Grades
14VaterDaniel Rothen­büh­ler1740–1794Elis­a­beth Mosi­mann (?-?)Ober­großonkel 5. Grades
15VaterHans Uli Rothen­büh­ler1698–1761Catha­ri­na Her­rmann (?-?)Oberur­großonkel 4. Grades
16VaterFriden­rich Rothen­büh­ler1645–1729Anna Rein­hardt (?-?)Stam­monkel 3. Grades
17VaterHans Rothen­büh­ler1612–1665Els­beth Grüs­si (?-?)Stam­m­großonkel 2. Grades
18VaterNiclaus Rothen­büh­ler1575–1611Els­beth Burkhal­terStam­mur­großonkel
19VaterBenedikt Rothen­büh­ler (Roten­büler)1545-?Ursu­la Schwarz (1550-?)Ahnen­vater
20SohnBenedikt (Ben­dicht) Rothen­büh­ler (Roten­büler)1579-?Chris­tine Althaus (Alt­shus) (1594-?)Stam­mur­groß­vater
21SohnJohannes (Hans) Rothen­piel­er (Roten­büh­ler)1614–1687Anna Maria Zode (1649–1708)Stam­m­groß­vater
22TochterKatha­ri­na (Cathrin) Rothen­piel­er1673–1736Johann Peter Fis­chbach (1673–1703)Stam­m­mut­ter
23SohnJohann Hen­rich (Georg) Fis­chbach1696–1749Maria Katha­ri­na Bil­gen (1699–1749)Oberur­groß­vater
24SohnJohann Peter Fis­chbach1724–1775Anna Elis­a­beth Schup­pen­er (1732–1799)Ober­groß­vater
25SohnJohann Jost Fis­chbach1752–1820Anna Mar­garete Bode (1763–1806)Ober­vater
26Tochter(Anna) Elis­a­beth Fis­chbach1789–1842Johannes Marx (1786–1855)Altur­groß­mut­ter
27Sohn(Johann) Kraft Marx1819–1891Marie Elis(abeth)e Wag(e)ner (1825–1893)Alt­groß­vater
28SohnFriedrich Marx1864–1943Mag­dale­na Marx geb. Lößer (1873–1944)Alt­vater
29SohnFriedrich Lös­er1892–1936Elis­a­beth Wil­helmine Lös­er geb. Schweitzer (1895–1936)Urgroß­vater
30SohnWal­ter Lös­er1919–1966Käthe Wil­helmine Mimi” Johne geb. Hensel (1925–1982)Groß­vater
31TochterKatharina-Wilhelmine Karin Gus­tav geb. Lös­er(* 1962)Wolf­gang Heiko Johne geb. Plänitz (1958–2005)Mut­ter
32SohnMichael Johne(* 1983)Najat Anjri (* 1990)Ego

William Brew­ster, ein­er der ersten Siedler Amerikas, ist de fac­to mein Schwiegerah­nenur­großonkel 17. Grades. Die Wort­silbe Schwieger– deutet darauf hin, dass hier ein ange­heiratetes Ver­hält­nis vor­liegt. Dies ist auf die Ehe zwis­chen Moses Wes­ley Eccle­ston und Emma Rothen­buh­ler zurück­zuführen (# 10 & 11 in der Tabelle). Zwar kön­nen Ehen unter Umstän­den keine direk­ten geneal­o­gis­che Verbindun­gen haben, wenn es keine Nachkom­men (d. h. Kinder) gibt. Im Falle von Moses Wes­ley Eccle­ston und Emma Rothen­buh­ler gibt es mit 11 Nachkom­men aus­re­ichend direk­te geneal­o­gis­che Verbindun­gen.

Die Beze­ich­nung Schwiegerah­nenur­großonkel 17. Grades” für William Brew­ster im Bezug auf mich ist eine heute nicht gebräuch­liche Beze­ich­nung. Nach der Ver­wandtschaft­ster­mi­nolo­gie ist jedoch diese Beze­ich­nung völ­lig kor­rekt gebildet. Man würde daher eher von ein­er Wort­neuschöp­fung sprechen, wenn man diese Beze­ich­nung in den Sprachge­brauch ein­fließen lässt.

Anmerkung: Man muss jedoch fair­erweise hin­weisen, dass die Kette der Per­so­n­en­verknüp­fun­gen in der Tabelle an den Stellen #17–20 eine Schwäche aufweist. Hier liegen keine direk­ten Belege der Per­so­n­en­ver­hält­nisse vor, son­dern lediglich Namen­snen­nun­gen der Per­so­n­en mit eini­gen Jahreszahle­nangaben (z. t. auch errech­net). Durch etwas kom­bi­na­torisches Denken und schlussfol­gern der Belege und Sachver­halte kann aber eine mögliche Verbindun­gen bei #17–20 als gel­tend angenom­men wer­den.

Autor: Michael Johne

Blogger, Programmierer, Astronom, Dichter, Hobby-Genealoge, Namensforscher, Sprachanalyst, Freizeit-Fotograf, Weltenträumer

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