Die Bedeutung und Herkunft des Familiennamens ZIEBARTH

Ges­tern und vor­ges­tern schrieb ich über Sel­ma Aman­da ANKE. Ihre Mut­ter hieß Wil­hel­mi­ne ZIEBARTH. Zum Mäd­chen­na­men der Mut­ter möch­te ich in die­sem Bei­trag im Bezug auf Her­kunft und Bedeu­tung ein paar Wor­te niederschreiben.

Die Mut­ter Wil­hel­mi­ne ZIEBARTH ist mei­ne Urur­ur­groß­mut­ter bzw. eine Vor­fah­rin in 5. Gene­ra­ti­on. Über ihre Geburt und ihrem Tod weiß ich lei­der nichts, außer dass sie nur in Prin­zenthal bei Brom­berg ver­starb. Nur anhand eini­ger von den Mor­mo­nen bzw. basie­rend auf der Web­sei­te Fami­ly­se­arch ist mehr­mals nament­lich erwähnt wor­den und von mir ent­spre­chend im Stamm­baum gespeichert.

Ich frag­te mich, was ihr Mäd­chen­na­me ZIEBARTH bedeu­ten mag. War die­ser Nach­na­me viel­leicht von einer läng­li­chen Bart­form abge­lei­tet – einem mög­li­chen Zieh­bart, wobei der Nach­na­me in sei­nem Ursprung als Meta- bzw. Über­na­me dien­te, der das Aus­se­hen oder den Cha­rak­ter einer Per­son beschreibt?

Eine Suche in meh­re­ren, ein­schlä­gi­gen Quel­len zur Ono­mastik (Namens­kun­de) zeig­te aber schnell, dass der Nach­na­me ZIEBARTH ein Patro­nym ist und sich vom männ­li­chen Per­so­nen­na­men Sie­bart und Sie­bert ablei­te­te. Der Name setz­te aus den bei­den alt­hoch­deut­schen Wör­tern sigu = Sieg und berath = glän­zend, ruhm­reich zusam­men. Die­ser Per­so­nen­na­me wur­de also für männ­li­che Namens­trä­ger gege­ben, die für einen ruhm­rei­chen, glanz­vol­len Sieg standen.

Der Per­so­nen­na­me tritt nach­weis­lich erst­mals 12. Jahr­hun­dert auf. Bele­ge sind z. B. die Namen Siber­tus de Fran­ken­burg aus dem Jahr 1153, Johan Sie­berth von Ravens­burg in 1219 und etwas spä­ter ein Georg Siber­dt Mugeln in 1489. Ande­re z. t. alt­hoch­deut­sche Namens­for­men sind Sie­bart, Sieg­bart, Sie­bert, Sieg­bert, Sie­bert, Sege­brecht, Sage­brecht, Sieb­recht, Zieprecht, Sib­bert, Sage­barth, Sebrecht, Sie­be, Sib­be, Sie­be­cke, Sei­bert, Seu­bert, … Bei den Fami­li­en­na­men Sie­bers, Sie­bertz, Sie­berz han­delt es sich um patro­ny­mi­sche Bil­dun­gen im Genitiv.

Genau­so wich­tig wie die Bedeu­tung des Namens ist auch deren Her­kunft. Doch wie misst man die Her­kunft eines Namens deutsch­land­weit? Als ein bewähr­tes und rela­tiv aus­sa­ge­kräf­ti­ges Mit­tel die­nen die Gesamt­heit und ihrer Ver­tei­lung aller Tele­fon­teil­neh­mer von Fest­net­zen. Es nimmt zwar die Anzahl der Tele­fon­ein­trä­ge jähr­lich seit dem Ein­zug der Han­dy­nut­zung ab, jedoch sind die Ein­trä­ge älte­rer Jahr­gän­ge aus­rei­chend vor­han­den. Es ist auch völ­lig aus­rei­chend, älte­re Daten zu ver­wen­den, da die Aktua­li­tät und die Her­kunft von Nach­na­men dar­un­ter nicht lei­det. Erst in Grö­ßen­ord­nun­gen von meh­re­ren Jahr­zehn­ten gibt es klei­ne, signi­fi­kan­te Ände­run­gen. Letzt­end­lich sagt die Ver­tei­lung von Tele­fon­teil­neh­mer aus, wo ein Fami­li­en­nach­na­me sei­nen his­to­ri­schen und regio­na­len Ursprün­ge hat.

Im Fal­le der Ver­tei­lung des Nach­na­mens ZIEBARTH in Deutsch­land zeich­net sich basie­rend auf 615 Tele­fon­buch­ein­trä­ge fol­gen­de bei­den Bil­der ab:

Das lin­ke Bild beinhal­tet eine abso­lu­te Ver­tei­lung und das rech­te Bild eine rela­ti­ve Ver­tei­lung. Die abso­lu­te Ver­tei­lung zeigt an, wie­vie­le Per­so­nen eines Namens ins­ge­samt in einem Landkreis/Bundesland leben. Die rela­ti­ve Ver­tei­lung sagt aus, wie­vie­le Per­so­nen es im Ver­hält­nis zur Bevöl­ke­rung jedes ein­zel­nen Landkreises/Bundeslandes gibt. Dadurch wer­den Ver­zer­rungs­ef­fek­te durch Groß­städ­te aus­ge­gli­chen. Die rela­ti­ve Ver­tei­lung ist dadurch wahrheitsgebender.

Auf dem rech­ten Bild mit der rela­ti­ven Ver­tei­lung erkennt man, die meis­ten Tele­fon­teil­neh­mer kom­men aus Meck­len­burg-Vor­pom­mern und der Mit­te des Ostens Deutsch­lands. Über­haupt ist der Nach­na­me im öst­li­chen Teil von Deutsch­land stär­ker prä­sent als im west­li­chen Teil.

Schluß­fol­gernd kann man sagen, dass die ZIEBARTH-Vor­fah­ren mit gro­ßer Wahr­schein­lich­keit aus dem mitt­le­ren oder nörd­li­chen Teil des Osten von Deutsch­land her­ka­men, bevor sie in West­preu­ßen hei­misch wur­den. Aus wel­cher Regi­on genau, das wer­den wei­te­re, spä­te­re Nach­for­schung zei­gen – sofern die noch ver­füg­ba­ren Quel­len genü­gend Auf­schluss geben. Die Kir­chen­bü­cher aus dem Kirch­spiel Brom­berg die­nen dazu als wesent­li­che Grund­la­ge und rei­chen bis ins das Jahr 1773 zurück. Davor wird es mit Bele­gen und Quel­len enger werden.

Autor: Michael Johne

Blogger, Programmierer, Astronom, Dichter, Hobby-Genealoge, Namensforscher, Sprachanalyst, Freizeit-Fotograf, Weltenträumer

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