Die Bedeutung und Herkunft des Nachnamens METZ

Der regel­mä­ßi­ge Leser die­ses Blog wird wis­sen, dass sich mich seit den letz­ten Mona­ten mei­ne For­schun­gen auf mei­ne METZ-Vor­fah­ren aus Ost- und West­preu­ßen kon­zen­triert habe. Die­ser Bei­trag stellt die Bedeu­tung und die Her­kunft des Nach­na­mens METZ vor.

Die ein­deu­ti­ge Bestim­mung der Bedeu­tung des Nach­na­mens ist jedoch nicht ein­fach, denn es gibt meh­re­re, mög­li­che Bedeutungen:

  1. Metro­nym (Mut­ter­na­me), abge­lei­tet von einer Kose­form zu dem Vor­na­men Mecht­hild/Mat­hil­de
  2. Patro­nym (Vater­na­me), abge­lei­tet von einer Kose­form zu dem Vor­na­men Mat­thä­us/Mat­thi­as
  3. Toponym (Her­kunfts­na­me) zu einem Ort mit dem Namen Metz oder Metze
  4. Berufs­na­me für einen Mes­ser­schmied; das mit­tel­hoch­deut­sche Wort met­ze” (mit­tel­nie­der­deutsch mes­te”) bedeu­tet Mes­ser” (eine Ver­wandt­schaft besteht mit der Berufs­be­zeich­nung Metz­ger”)
  5. Berufs­na­me für den Steinmetz
  6. Berufs­na­me für jemand, der eine Met­ze bzw. einen Met­zen (ein altes Hohl­maß) her­stell­te oder benutzte
  7. Kornmetzen in Kottes (Österreich)
    Korn­met­zen in Kot­tes (Öster­reich)
  8. Über­na­me (auf per­sön­li­che Eigen­schaf­ten der Trägerin/des Trä­gers bezo­ge­ner Name) aus dem mit­tel­hoch­deut­schen Wort met­ze/mat­ze” = Mäd­chen (nie­de­ren Stan­des), Bau­ern­mäd­chen, Dir­ne, Hure

Es ist anzu­mer­ken, dass der Nach­na­me METZ bei mei­nen Vor­fah­ren im 16. Jahr­hun­dert noch als METZEN und als MECZEN über­lie­fert wur­de. Erst im 17. Jahr­hun­dert wur­de der Nach­na­me all­mäh­lich als METZ geschrie­ben. Mei­ne METZ-Vor­fah­ren haben ihren Ursprung bei Oders­berg in Hessen.

Schau­en wir uns noch die Ver­tei­lung des Nach­na­mens METZ basie­rend auf Tele­fon­buch­ein­trä­gen in Deutsch­land an. Anhand von 6258 Tele­fon­buch­ein­trä­gen zeich­net sich fol­gen­de bei­den Bil­der ab:

Das lin­ke Bild bein­hal­tet eine abso­lu­te Ver­tei­lung und das rech­te Bild eine rel­a­tive Ver­tei­lung. Die abso­lu­te Ver­tei­lung zeigt an, wie­vie­le Per­so­n­en eines Namens ins­ge­samt in einem Landkreis/Bundesland leben. Die rel­a­tive Ver­tei­lung sagt aus, wie­vie­le Per­so­n­en es im Ver­hält­nis zur Bevöl­ke­rung jedes einzel­nen Landkreises/Bundeslandes gibt. Dadurch wer­den Verz­er­rungsef­fek­te durch Groß­städ­te aus­geglichen. Die rel­a­tive Ver­tei­lung ist dadurch wahrheitsgebender.

Obwohl das recht­e Bild mit der rel­a­tiven Ver­tei­lung wahrheits­geben­der ist, stim­men bei­de Ver­tei­lungs­bil­der grund­le­gend über­ein. Der Nach­na­me METZ ist in Deutsch­land nahe­zu über­all ver­tre­ten. In der Pfalz, in Hes­sen und in West­fa­len jedoch erken­nt man eine erhöh­te Kon­zen­tra­ti­on. Es ist für mich inter­es­sant zu wis­sen, inwie­weit die Ver­tei­lung des Nach­na­mens METZ mit der Ver­tei­lung der ein­zel­nen, oben auf­ge­führ­ten Bedeu­tun­gen des Nach­na­mens mit­tel­al­ter­lich über­ein­stim­men wür­de. Denn durch die­sen Ver­gleich könn­te man eine genaue­re Anga­be über die mög­li­che Bedeu­tung des Nach­na­mens METZ indi­vi­du­el­ler machen.

Autor: Michael Johne

Blogger, Programmierer, Astronom, Dichter, Hobby-Genealoge, Namensforscher, Sprachanalyst, Freizeit-Fotograf, Weltenträumer

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