Familiennamen

Fol­gen­der Beitrag ist ein klein­er Exkurs in die Geschichte der Fam­i­li­en­na­men.

Als ein Zweigge­bi­et der Ahnen­forschung kann die Namensforschung ange­se­hen wer­den. Der Name ein­er Per­son – im Beson­deren der Nach­name – kann es mit dem Wesen ein­er Per­son zusam­men­hän­gen.

Den Namen ein­er Per­son unter­schei­det sich heute grundle­gend in Vor­name und Nach­na­men. Während Vor­na­men von den Eltern nach freier Wahl fest­gelegt wer­den kön­nen, kann man den Nach­na­men nicht ein­fach frei bes­tim­men. Er wird mit der Geburt des Kindes für das Kind gegeben. Sind die Eltern ver­heiratet, wird in der Regel der Fam­i­li­en­name (meis­tens der Nach­name des Vaters) für das Kind bes­tim­mend. Bei unver­heirateten Paaren wird hinge­gen der Nach­name der Mut­ter für das Kind als Nach­name fest­gelegt. Wenn unver­heiratete Paare jedoch den Bund der Ehe einge­hen, dass kann dem (une­he­lichen) Kind der Nach­name des Vaters als Fam­i­li­en­name zuteil wer­den.

Sieht man von Namenserteilun­gen und Namenän­derun­gen ab, dass wird ein Nach­name immer von den männlichen Per­so­n­en an die nach­fol­gende Gen­er­a­tion in der Fam­i­lie weit­ergegeben. Die weib­lichen Per­so­n­en hingeben nehmen den Nach­na­men des jew­eili­gen Ehe­mannes an.

Der Gebrauch der Nach­na­men fes­tigte sich mit dem Lauf des Mit­te­lal­ters. Im 9. Jahrhun­dert wurde erst­mals in Venedig ein Beiname vererbt. Diese Sitte bre­it­ete sich von dort aus im 10. Jahrhun­dert nach Nordi­tal­ien und Süd­frankre­ich aus. Im 11. Jahrhun­dert gelangte der Gebrauch nach Kat­alonien und Nord­frankre­ich, im 12. Jahrhun­dert nach Eng­land und in das Gebi­et der Schweiz. Danach wurde der Gebrauch eines fes­ten Fam­i­li­en­na­mens auch in den west- und süd­deutschen Städten üblich. Anfang des 15. Jahrhun­derts waren Fam­i­li­en­na­men über­all im deutschen Sprachraum anzutr­e­f­fen, aber nicht durchge­hend. Auch kon­nte der Fam­i­li­en­name noch wech­seln, zum Beispiel bei Wegzug oder auf­grund neuer Beruf­stätigkeit.

Die Benutzung von Beina­men für Per­so­n­en, aus denen später die Fam­i­li­en­na­men bzw. Nach­na­men wor­den, wurde zur Unter­schei­dung von gle­ichen Vor­na­men bei mehreren Per­so­n­en einge­führt. Meist ver­wen­dete man eine Eigen­schaft des jew­eili­gen Namen­strägers. Dies kon­nte ein bes­timmter Charak­ter oder eine markante Kör­pereigen­schaft sein. Aber auch ein Beruf, der Name des Vaters oder aber die Ort selb­st, wo der Namen­sträger lebte, wur­den ange­wandt. Daher unter­schei­det man in den Nachnamen/Familiennamen von so genan­nten Herkun­ft­sna­men, Beruf­s­na­men, Über­na­men oder Patrony­men. Beispiele hier­für sind:

  • Wütherich, Zorn, Böse (Über­name im Bezug auf den Charak­ter)
  • Schwarzkopf, Strack­bein, Groß (Über­name im Bezug auf den Kör­p­er)
  • Schuh­mach­er, Müller, Schulze, Richter (Beruf­s­na­men)
  • Enders, Michaelis, Jansen (Patronyme)
  • Bre­mer, von Guthen­berg, Achen­bach (Herkun­ft­sna­men)

Per­so­n­en wurde im Mit­te­lal­ter oft mit Hans der Bre­mer, Mar­tin von Sass­man­nshausen oder Franz der Schultheiß beze­ich­net. Darauf wur­den let­z­tendlich Namen wie Hans Bre­mer, Mar­tin Sass­man­nshausen oder Franz Schulze.

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